HocIns_No_5_DI_Welches-Werk-macht-welche-Pulver
Obwohl HOCHDORF inzwischen vier Milchverarbeitungswerke besitzt, wollen wir als Unternehmen bewusst mittelständisch bleiben. Das hält uns fit und beweglich für un­sere Kunden und ihre Bedürfnisse.


Seit 1895 ver­ar­bei­tet unser Zen­tral­schwei­zer Werk in Hoch­dorf Milch, seit 1912 wird auch Sprüh-Milch­pul­ver her­ge­stellt. Doch erst im Jahr 2003, mit der Über­nah­me der Milch­fa­brik in Sul­gen, ent­wi­ckel­ten wir uns zum über­re­gio­na­len Milch­ver­ar­bei­ter. Dank un­se­rem Ost­schwei­zer Werk haben sich un­se­re Trocknungs­kapazitäten auf einen Schlag mehr als ver­dop­pelt und wer­den seit­her eu­ro­pa­weit kon­ti­nu­ier­lich er­wei­tert. Die HOCH­DORF-Grup­pe hat sich als Spe­zia­lis­tin für Milch­pul­ver eta­bliert und ist in der Schweiz bei walzen­getrockneten Milch­pul­vern in­zwi­schen markt­füh­rend.

Ein wei­te­rer gros­ser Schritt Rich­tung In­ter­na­tio­na­li­sie­rung im Be­reich Milch­ver­ar­bei­tung er­folg­te im Jahr 2015 mit der Mehr­heits­be­tei­li­gung an der Ucker­mär­ker Milch GmbH in Deutsch­land. Ab­ge­se­hen vom Aus­bau der Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten im Sprüh­pul­ver­be­reich sind wir da­durch zu­sätz­lich zum But­ter- und Quark­her­stel­ler ge­wor­den.


Weitere Informationen


csm_HOCHDORF-Inside-Werk-Hochdorf_EN_57d9c6743f

In Hochdorf verfügen wir über zwei Trocknungswalzen und drei Sprühtürme, mit welchen wir jährlich etwa 150 Mio. Kilogramm Milch verarbeiten.

Über alle Standorte gesehen produziert unser Hochdorfer Werk die mit Abstand grösste Milchpulvervielfalt. Mit zwei Walzen und drei Sprühtürmen zeichnet sich die Anlage durch eine hohe Flexibilität aus. Einer der Türme ist beispielsweise auf die Produktion von hochfettem Pulver ausgelegt. Die Milchpulver füllen wir je nach Bedarf in Dosen, Schlauchbeutel, Säcke oder Big Bags von 600 bis 1000 Kilogramm ab. Um Spezialmischungen herzustellen, besitzen wir zudem drei Mischer und für die Kondensmilch eine Tubenabfüllung.

Neue Anlage für die Milchkonzentration

Im ersten Arbeitsschritt der Milchtrocknung standardisieren wir den Milchfettgehalt der Milch in einer Zentrifuge. Das ermöglicht uns, den gewünschten Fettgehalt der zu verarbeitenden Milch einzustellen. Nach der Pasteurisation wird die Milch in einem Fallstromverfahren unter Vakuum und bei einer Temperatur von ca. 50 °C  schonend konzentriert – d.h. die Milch wird eingedampft. In Hochdorf war der Eindampfer der sogenannte «Flaschenhals». Er limitierte die Verarbeitungsmenge insbesondere im Frühling während der Milch-Hochsaison. Ab dem kommenden Frühling konzentrieren wir mit einer sogenannten Umkehrosmose-Anlage und einem Hochkonzentrator. Mit dieser Anlage erreichen wir einen höheren Konzentrationsgrad und steigern so die Kapazitäten der Sprühtürme. Und zu guter Letzt benötigen wir weniger Energie, um ein Kilogramm Milchpulver herzustellen.

csm_HOCHDORF-Inside-Werk-Sulgen-EN_4f815552a7

In Sulgen stehen drei Trocknungswalzen. Zusammen mit den zwei Walzen in Hochdorf macht
uns dies zum grössten Anbieter von Schweizer Walzenvollmilchpulver. Ausgeliefert wird es vor allem an die inländische Schokoladenindustrie. Die Projektleiterin des Bereichs Entwicklung ist gerade an der berührungslosen Temperaturprüfung an einem Walzentrockner.

In Sulgen verarbeiten wir zurzeit etwa 180 Mio. Kilogramm Milch pro Jahr. Davon wird gut ein Drittel zu Walzenvollmilchpulver getrocknet.

Bei der Walzentrocknung wird das Milchkonzentrat dünn auf 120 bis 160 °C heisse, sich drehende Walzen aufgetragen. Nach einer knappen Umdrehung ist das Konzentrat vollständig getrocknet und wird mit einem Messer von der Walze gelöst. Die Partikel-Endgrösse kann in einem Sieb eingestellt werden.

Proteine und Flüssiglaktose

Neben den drei Walzen stehen in Sulgen drei Sprühtürme, eine Ultrafiltrationsanlage und die Ionentauscher-Anlage IONEX. In der Ultrafiltration filtern wir aus der Magermilch und aus der Molke Proteine (siehe «HOCHDORF Inside», Ausgabe 4). Dabei fällt als Nebenprodukt Permeat an. In der IONEX-Anlage befreien wir dieses Permeat mittels Ionentauschers und Elektrodialyse von Spurenelementen sowie Salzen und gewinnen dadurch Flüssiglaktose. Sie wird entweder direkt für die Produktion von Babynahrung verwendet oder auf einem Sprühturm getrocknet.

Babynahrung stellen wir in Sulgen auf unserem aktuell grössten Sprühturm, dem sogenannten Turm 8, her. Auf den anderen beiden Türmen trocknen wir Pulver und Proteinkonzentrate aus Magermilch, Molke und Buttermilch.

csm_HOCHDORF-Inside-Werk-Prenzlau_EN_515a3b6150

Die Uckermärker Milch GmbH ist in Bezug auf die Verarbeitungsmenge aktuell unsere
grösste Milchfabrik. Sie kann pro Jahr aus etwa 300 Mio. Kilogramm Milch Butter, Quark und Milchpulver herstellen.

Seit 2015 gehört die Uckermärker Milch GmbH im ostdeutschen Prenzlau zur HOCHDORF-Gruppe. In Prenzlau produzieren wir Butter, Quark und Milchpulver.

Butter und Quark – neues Geschäftsfeld für HOCHDORF

Butter und Quark sind für die HOCHDORF-Gruppe neue Geschäftsfelder. Die ­Butter stellen wir aus zugekauftem und selber zentrifugiertem Rahm her und verarbeiten beides zu Kleinpackungen für den Detailhandel und zu Blockbutter für die Lebensmittelindustrie. Den Quark stellen wir im Lohnauftrag für das Milchunternehmen Arla her. Seit diesem Jahr füllen wir für Arla auch Buttermilch ab.

Nebst der Butterungsanlage und der Quarkerei stehen in Prenzlau zwei Sprüh­türme. In diesen wird vorwiegend Magermilch- und Buttermilchpulver hergestellt, aber auch kleinere Mengen Vollmilchpulver getrocknet. Seit Anfang 2016 ­sprühen wir in Prenzlau sogenannte «Fat Filled Milk Powders» FFMP mit Pflanzenfett. FFMP-Produkte basieren auf Magermilch.

Um das Milchpulversortiment in Prenzlau mit weiteren FFMP und instantisierten beziehungsweise leicht löslichen Milchpulvern zu erweitern, laufen Versuche, und wir planen Investitionen in Produktionsanlagen.


 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Letzte Artikel

Beliebte Artikel