HocIns_No_5_CI_Healthy-SnackingSind Snacks wirklich ein Phänomen des 21. Jahrhunderts? Bereits unsere Vorfahren verpflegten sich zwischendurch und verzehrten ihre Beute gleich vor Ort. Die grössten Unterschiede zu früheren Snacking-Gewohn­heiten liegen wohl in der einfachen Verfügbarkeit und in den Rohstoffen – unsere heutigen Zwischenmahlzeiten sind oft wahre ­Kalorienbomben. Das muss nicht sein, sofern man auf die richtigen Ingredienzen setzt.


Wir folg­ten über die Jahr­tau­sen­de kei­nen ge­re­gel­ten Es­sens­zei­ten, son­dern pri­mär un­se­rem Hun­ger­ge­fühl sowie dem Jagd- und Sam­mel­glück. Was der Mensch pflück­te oder jagte, ver­zehr­te er meis­tens gleich vor Ort. Die ers­ten mehr oder we­ni­ger re­gel­mäs­si­gen Mahl­zei­ten in der Sippe fan­den ver­mut­lich erst mit der Nut­zung des Feu­ers und im Schut­ze der Dun­kel­heit statt (1). Dies sind je­doch nur vage Ver­mu­tun­gen, Fak­ten über die Stein­zeit sind re­la­tiv dünn gesät.

Der Wech­sel von Zwi­schen­mahl­zei­ten hin zu min­des­tens zwei Fix­mahl­zei­ten pro Tag voll­zog sich re­la­tiv spät in der Mensch­heits­ge­schich­te – ver­mut­lich vor etwa 7000 Jah­ren mit dem Auf­kom­men des Acker­baus und der Vieh­zucht. Ge­mein­sa­mes Essen zu de­fi­nier­ten Ta­ges­zei­ten wurde zu einem so­zia­len Eck­pfei­ler un­se­res Zu­sam­men­le­bens.

Fixe Mahl­zei­ten fes­tig­ten Hier­ar­chi­en

Mehr­mals täg­lich schar­te der Pa­tri­arch be­zie­hungs­wei­se das Ober­haupt eines fa­mi­li­en­ähn­li­chen Kons­truktes zu den Haupt- und Zwi­schen­mahl­zei­ten seine Fa­mi­lie und Be­diens­te­ten um sich, um seine Macht zu fes­ti­gen (2). Dies zeig­te sich in der da­ma­li­gen strik­ten Sitz­ord­nung: Zu­oberst am Tisch ta­fel­ten der Pa­tri­arch und seine Frau, am Ende die Rang­nied­rigs­ten, etwa Mägde und Knech­te.

Die In­dus­tria­li­sie­rung brach­te im 19. Jahr­hun­dert ein­schnei­den­de Ver­än­de­run­gen in das his­to­risch ge­wach­se­ne Mahl­zei­ten­sys­tem und So­zi­al­ge­fü­ge des Fa­mi­li­en­ver­bun­des. Frau­en und Kin­der be­gan­nen, in den Fa­bri­ken zu ar­bei­ten. Die Frau war im Be­rufs­le­ben gut in­te­griert und über­nahm ver­mehrt die Auf­ga­be der Er­näh­re­rin. In den un­te­ren Ge­sell­schafts­schich­ten be­gann das Pa­tri­ar­chat zu brö­ckeln. An­stel­le des Fa­mi­li­en­ober­haup­tes be­stimm­ten fort­an Schicht­plä­ne und Ma­schi­nen den fa­mi­liä­ren Ta­ges­ab­lauf (3). Die ge­mein­sa­men Es­sens­zei­ten wur­den durch den In­di­vi­dua­l­im­biss er­setzt. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg kehr­ten die meis­ten Frau­en je­doch wie­der an den Herd zu­rück und ver­sorg­ten ihre Fa­mi­lie mehr­heit­lich mit selbst zu­be­rei­te­ten Mahl­zei­ten (4).

Neue Ge­sell­schafts­mo­del­le und Mo­bi­li­tät ­individualisieren das Ess­ver­hal­ten

Seit Ende der 1960er-Jah­re wan­delt sich die herkömm­liche Fa­mi­lie zu­neh­mend. Die Frau hat sich ihren fes­ten Platz in der Ar­beits­welt zu­rück­er­obert. Das klas­si­sche Fa­mi­li­en­mo­dell mit dem Vater als Haupt­er­näh­rer hat aus­gedient. Die Zahl der Men­schen, die in Singlehaus­halten oder Klein­fa­mi­li­en leben, nimmt in der west­lichen Welt ste­tig zu (5).

Gros­se Ein­schnit­te in un­se­re Le­bens­ge­wohn­hei­ten brin­gen im 21. Jahr­hun­dert auch der di­gi­ta­le Fort­schritt und un­zäh­li­ge Apps mit sich. Sie ver­ein­fa­chen und durch­drin­gen heute prak­tisch alle Be­rei­che un­se­res All­tags. Wir pro­fi­tie­ren von fast gren­zen­lo­sen Chan­cen und Frei­hei­ten. Un­ab­hän­gig von Zeit und Ort kön­nen wir gleich­zei­tig ar­bei­ten, ler­nen, ­sozialen Tä­tig­kei­ten nach­ge­hen und ne­ben­bei eine Pizza ­bestellen.

Eines je­doch ist in den letz­ten zehn Jah­ren schwie­ri­ger ge­wor­den: die Pla­nung ge­mein­sa­mer Mahl­zei­ten. Unser Zeit­bud­get, das aus Ar­beits- und Pri­vat­zeit be­steht, hat sich in­di­vi­dua­li­siert und be­ein­flusst in hohem Masse un­se­re Er­näh­rungs­ge­wohn­hei­ten. Die Zu­be­rei­tung von drei klas­si­schen Mahl­zei­ten pro Tag steht in Kon­kur­renz zu at­trak­ti­ve­ren Be­schäf­ti­gun­gen. Fixe Koch- und Es­sens­zei­ten wer­den zu­neh­mend als Be­las­tung an­ge­se­hen und aus dem All­tag ver­bannt. Die täg­li­che Er­näh­rung be­steht wie anno da­zu­mal wie­der ver­mehrt aus vie­len klei­nen Snacks. Snacks ent­bin­den uns von Vor­be­rei­tungs­ar­bei­ten, War­te­zei­ten (6, 7) und von for­ma­len, durch­struk­tu­rier­ten Ess­ritualen. Wir essen, wenn sich die idea­le Ge­le­gen­heit bie­tet: ob sit­zend oder ste­hend, mit oder ohne Ess­besteck. Wann und wo immer wir wol­len.

Der Markt für ge­sun­de Snacks wächst und wächst

Dass Snacks die klas­si­schen Mahl­zei­ten ab­lö­sen, be­wei­sen das wach­sen­de Markt­vo­lu­men und das Kon­sum­ver­hal­ten. Par­al­lel dazu nimmt die Zahl der Men­schen, die Wert auf ihr Kör­per­ge­wicht und eine ge­sun­de Er­näh­rung legen, seit dem 21. Jahr­hun­dert ste­tig zu.

Doch was be­deu­tet der Trend hin zu ge­sun­den ­Zwischenmahlzeiten für die Snack- und Nah­rungs­mit­tel­pro­du­zen­ten? Wir müs­sen schnell dar­auf ­reagieren und auf in­no­va­ti­ve und gleich­zei­tig ge­sun­de In­gre­di­en­zen set­zen, um am Ball zu blei­ben!

Unser Zeit­bud­get hat sich in­di­vi­dua­li­siert und be­ein­flusst in hohem Masse un­se­re Er­näh­rungs­ge­wohn­hei­ten

Eine in­no­va­ti­ve und ge­sun­de Zutat für zeit­ge­mäs­se Snacks sind seit die­sem Jahr etwa un­se­re Mar­ba­cher Spe­zi­al­meh­le. Wir ge­win­nen sie aus un­se­ren ­Ölsaaten be­zie­hungs­wei­se aus dem Press­ku­chen, der bei der Öl­pro­duk­ti­on an­fällt. Dar­aus ent­ste­hen etwa Mehle mit einem auf­fal­lend hohen Pro­te­in­ge­halt wie das Sonnen­blumenmehl. Es eig­net sich gut für helle Back­mi­schun­gen und für Low-Carb-Pro­duk­te. Eine in­ter­es­san­te Zutat für die Her­stel­lung von Low-Carb-Snacks ist auch Lein­sa­men­mehl. Es ist reich an Bal­last­stof­fen und ent­hält prak­tisch keine für den Kör­per verwert­baren Koh­len­hy­dra­te.

In­no­va­ti­ve Neu­ent­wick­lun­gen für Snack­pro­duk­te bringt auch die HOCH­DORF Swiss Nu­tri­ti­on AG ­laufend auf den Markt. Seit Mitte Jahr haben wir Su­per­food-Crisps mit Teff und Qui­noa sowie ­Paleo-Crisps aus Kas­ta­ni­en­mehl mit und ohne Chia in un­se­rem Sor­ti­ment. Im Trend lie­gen auch protein­reiche Zwi­schen­mahl­zei­ten. Ein Pro­te­in­kraft­pa­ket sind bei­spiels­wei­se un­se­re VIO­GERM® High Pro­te­in Crisps. Sie eig­nen sich ideal als Zutat für protein­haltige Frühstücks­cerealien und Snacks wie bei­spiels­wei­se Rie­gel sowie für ve­ge­ta­ri­sche Pro­duk­te. Denn die Pro­te­ine in den Crisps sind rein pflanz­li­cher Natur, sie wer­den aus Reis und Wei­zen ge­won­nen.

Kin­der brau­chen ge­sun­de Snack-Op­tio­nen

Als Ex­per­tin im Be­reich Baby- und Kin­der­nah­rung ­bietet HOCH­DORF seit die­sem Som­mer zu­sätz­lich zum be­stehen­den Sor­ti­ment an Baby- und Kinder­milchen neu Kid's Food aus Mais und VIO­GERM® ­Weizenkeimen an. Die Snacks rich­ten sich an den ­ernährungsphysiologischen Be­dürf­nis­sen un­se­rer Kleins­ten aus: Die Pro­duk­te ent­hal­ten keine Zusatz­stoffe und wei­sen einen hohen Ge­halt an Nah­rungs­fa­sern auf.

Ge­ra­de für un­se­re Jüngs­ten sind ge­sun­de Zwi­schen­mahl­zei­ten wich­tig, um die re­gel­mäs­si­ge En­er­gie­zu­fuhr zu si­chern. Denn der En­er­gie­spei­cher von Kin­dern ist klei­ner als jener von Er­wach­se­nen.

Zwi­schen­durch-Es­sen hilft im Alter gegen Man­gel­er­näh­rung

Was man oft ver­gisst: Für Se­nio­ren sind Zwi­schen­mahl­zei­ten eben­so wich­tig wie für Kin­der. Denn ab einem ge­wis­sen Alter sinkt das Ver­lan­gen nach ­Nahrung und Flüs­sig­kei­ten. Damit es nicht zu einer Man­gel­er­näh­rung kommt, emp­feh­len Ex­per­ten der Ger­ia­trie (8) prä­ven­tiv meh­re­re ­Zwischenmahlzeiten. Dabei ist es wich­tig, Snacking als Ri­tu­al in den Ta­ges­ab­lauf ein­zu­bau­en. Äl­te­re Per­so­nen soll­ten am Vor­mittag be­wusst eine Kaf­fee­pau­se ein­le­gen und nach­mit­tags min­des­tens einen klei­nen Im­biss ge­nies­sen. Ideen für ge­sun­de Zwi­schen­mahl­zei­ten gibt es viele: Voll­korns­nacks, pro­te­in­rei­che Ce­rea­li­en mit Tro­cken­früch­ten oder Nüs­sen und ver­schie­de­ne Milch­pro­duk­te wie Jo­ghurt und Käse.

Ob wir Zwi­schen­mahl­zei­ten wol­len oder nicht – der Trend ist nicht mehr auf­zu­hal­ten. Sna­cken ist und war schon immer ein Teil un­se­rer Ess­kul­tur. Evolutions­biologisch ist das «Zwi­schen­durch-Es­sen» seit ­Menschengedenken die na­tür­lichs­te Sache der Welt. Nun ist es an der Zeit, den Fokus ver­mehrt auf ­gesunde Snacks zu legen.


 Weitere Informationen

 

Quellen
1) Hirschfelder Gunther. Europäische Esskultur. Eine Geschichte der Ernährung von der Steinzeit bis heute. Campus Verlag Frankfurt a/Main. ISBN: 3-593-36815-3.
2) Schlegel-Matthies Kirsten (1996). Zum Wandel der Esskultur in Deutschland. Auszug aus dem Tagungsreader Ernährungskultur im Wandel der Zeiten.
3) Hirschfelder Gunther; Trummer Manuel. Essen und Trinken. In: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2013-06-26. www.ieg-ego.eu/hirschfelderg- trummerm-2013-de URN:urn:nbn:de:0159-2013061807 (2016-06-20).
4) Kelm Sophie. Apotheken-Umschau: Essgewohnheiten heute und vor 50 Jahren. Erschienen am 27.4.2012.
5)www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/regionen/thematische_karten/gleichstellungsatlas/familien_und_haushaltsformen.html (2016-06-23).
6) Schönberger G (2011). Mahlzeiten neu denken. In: Schönberger G et al. Mahlzeiten: Alte Last oder neue Lust? Wiesbaden, 39–52.
7) Reisch L. (2012). Gesundheit, Essen und Nachhaltigkeit. Anforderungen an die Ernährungsaufklärung. Akt Ernaehrungsmed 37, 343–348.
8) Imoberdorf Reinhard et al. Mangelernährung im Alter. Schweiz Med Forum 2014;14(49):932–936.

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