Interview mit Sindy Raffaella Rebmann, Key-Account und Product Managerin bei Fridlin.

 

Sindy_Rebmann_Friedlin_Gewürz_AGSindy Raffaella Rebmann ist seit zwei Jahren als Key-Account und Product Managerin Industry and Food Services bei Fridlin AG beschäftigt. Davor war sie als International Key Account Manager bei der Trisa AG und machte zuletzt eine Weiterbildung an der Hochschule Luzern in Design Management.

 

 

 

Wie viele Gewürze führt Fridlin im Sortiment?

Sindy Rebmann: In unserem Standardsortiment führen wir rund 300 verschiedene Artikel. Darunter befinden sich beispielsweise schwarze Pfeffer in verschiedenen Ausführungen, wie ganze oder grob gebrochene Körner, und in verschieden feinen Mahlgraden. Weiter bieten wir auch diverse kundenspezifische Mischungen und Gewürze an.

Wie hoch ist der Jahresumsatz in kg von Gewürzen?

Sindy Rebmann: Jährlich verarbeiten wir bei uns in Hünenberg rund 2.2 Millionen kg Gewürze. Anschliessend werden die gereinigten oder vermahlenen Gewürze einzeln oder gemischt in der Schweizer Industrie verarbeitet, Lebensmittel in der Gastronomie veredelt oder als Würzmittel im Einzelhandel angeboten.

Welche Gewürze werden am meisten verkauft? In welche Richtung gehen die neuesten Trends?

Sindy Rebmann: Am meisten verkauft werden noch immer Gewürze, die in unserem Breitengrad zur Basiswürze gehören – sprich Pfeffer, Paprika und Meersalz. Geschätzt wird aber auch unsere grosse Kompetenz, was Zimt anbelangt. Er gehört zu unseren absatzstärksten Produkten.

Trends lassen sich nur schwer verallgemeinern. Sie variieren je nach Verkaufskanal oder Verarbeitungsart sogar recht stark. So haben wir aktuell viele Anfragen für sehr scharfe Gewürze oder für Mischungen ohne Allergene. Aber auch BIO ist immer wieder ein trendgesteuertes Kaufmotiv.

Welches ist, neben den bekannten Gewürzen Pfeffer und Zimt, das exotischste im Sortiment?

Sindy Rebmann: Gemäss Definition handelt es sich beim Begriff «exotisch» um etwas aus einem fremden Land Stammendes, Fremdartiges. Wir beschaffen wachstumsbedingt alle unsere Gewürze in ihren Ursprungsländern. Jedes Gewürz hat entsprechende Anforderungen an das Klima und an die Bodenbeschaffung. So kaufen wir beispielsweise Knoblauch aufgrund des Vorkommens und der optimalen Bedingungen in China ein. Selbstverständlich sind uns die Rahmenbedingen wie Arbeitsumfeld und Nachhaltigkeit ein grosses Anliegen. So definieren wir jährlich eine Schwerpunktreise und besuchen die Bauern und Kooperativen direkt vor Ort.

Ich persönlich möchte keineswegs mehr in einem Tomatensalat auf die Würze von Paradieskörnern verzichten. Die milde Schärfe der süssen Samen aus Westafrika passen mit ihrem Kardamom ähnlichen Geschmack hervorragend zu den aromatischen Tomaten.

Welches sind die grössten Herausforderungen beim Einkauf von Gewürzen?

Sindy Rebmann: Primär zu beachten ist die Beschaffung zu den einzelnen Erntezeiten. Eine der grössten Herausforderungen sind auch technischer Natur. So müssen die Anforderungen nach EU Norm eingehalten werden. Es wird sichergestellt, dass keine Allergene mit den einzelnen Gewürzen in Kontakt gekommen sind. Natürlich setzten wir selber einen Qualitätsstandard, der unsere Beschaffung massgeblich mitbeeinflusst. Und schlussendlich muss die Ware dann auch rechtzeitig, jedoch umweltschonend, in Hünenberg zur Verfügung stehen. 

Verarbeitet (mahlen, mischen) Fridlin die Gewürze selbst in Hünenberg? Was alles macht Fridlin noch in Hünenberg?

Sindy Rebmann: Wir sind seit 1775 in Zug beheimatet und schaffen hier Arbeitsplätze. Die Gewürze beschaffen wir roh im Ursprung. Bei uns in Hünenberg werden diese dann gereinigt, gebrochen, vermahlen, gemischt und natürlich auch abgefüllt. Somit wird der komplette Rohstoff bei uns in Hünenberg verarbeitet.

Die Gewürze werden auch sensorisch getestet. Was ist hier am wichtigsten, was gibt es zu beachten? Werden die Mitarbeitenden von Fridlin geschult?

Sindy Rebmann: Jeder Wareneingang wird in unserem Labor mit den beiden letzten Wareneingängen verglichen. Dabei spielen Farbe, Geruch, Geschmack, aber auch Aussehen eine Rolle. Bei Produkten, deren Qualitätsmerkmal beispielsweise unter anderem auch der Farbgrad ist – so wie bei Paprika oder Kurkuma – werden noch separate Farbmessungen vorgenommen.

In der Kundenberatung und Entwicklung braucht es geschulte Geschmacksnerven, um dann Kunden nicht nur argumentativ zu beraten, sondern auch sensorisch, beispielsweise worin sich israelischer von spanischem Paprika differenziert.

Berät Fridlin seine Kunden auch bezüglich harmonischer Geschmackskombinationen?

Sindy Rebmann: Selbstverständlich beraten wir unsere Kunden bedürfnisbezogen. Unsere Lebensmitteltechnologen beschäftigen sich tagtäglich mit den geschmackvollsten Herausforderungen, um unseren Kunden auserlesene und stimmige Lösungen zu bieten.

Sindy Rebmann, wir danken Ihnen für den spannenden Einblick in die Welt der Gewürze.


Über die J. C. Fridlin Gewürze AG

Die J. C. Fridlin Gewürze AG ist die grösste unabhängige Schweizer Gewürzproduzentin mit Sitz in Hünenberg und verwurzelt im Kanton Zug. Seit 1775 widmet sich das Unternehmen in der siebten Familiengeneration dem Handwerk der Gewürzproduktion. Ursprungsbedingt beschafft die J. C. Fridlin Gewürze AG ihre Rohstoffe weltweit in den entsprechenden Herkunftsländern. Nachhaltig pflegt das Unternehmen mit seinen langjährigen Lieferanten, Kunden sowie auch Mitarbeitenden Beziehungen und profitiert dadurch auf der ganzen Linie von einem grossen Erfahrungsschatz.

Vom Reinigen, Brechen, Mahlen und Mischen bis hin zum Abfüllen ereignet sich alles in der Manufaktur in Hünenberg. Der Gewürzexperte produziert und verpackt für den Einzelhandel, mischt und tüftelt ebenso für die Industrie und verzaubert zugleich die Gastronomie mit hauseigenen Gewürzen.

Mehr Informationen finden Sie auf www.fridlin.ch


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