HocIns_No_4_CI-Pflanzenoele-mit-Vitamin-E-schuetzen-vor-den-Zeichen-der-ZeitVitamin E ist in aller Munde als wirkungs­volles Antioxidans in Hautpflegeprodukten. Doch wer Vitamin E auf seine äussere Wirkung reduziert, tut ihm unrecht. Schönheit und ewige Jugend kommen bekanntlich auch von innen. Erst recht, wenn der Wirkstoff aus einer natürlichen Quelle stammt. Hier leisten Pflanzenöle hervorragende Arbeit.

Vit­amin E gilt als wich­tigs­tes fett­lös­li­ches An­ti­oxi­dans. Es schützt die fett­ähn­li­chen Struk­tu­ren un­se­rer Zell­mem­bran vor den Oxi­dan­ti­en, be­kann­ter als freie Ra­di­ka­le. Freie Ra­di­ka­le sind äus­serst re­ak­ti­ve Sauer­stoff­ver­bin­dun­gen, weil ihnen ein Elek­tron fehlt. Um sich mög­lichst schnell zu ver­voll­stän­di­gen, gehen sie ziem­lich ag­gres­siv vor. Wie ein Ta­schen­dieb ent­reis­sen sie dem nächst­bes­ten Mo­le­kül das be­nö­tig­te Elek­tron und be­schä­di­gen so etwa die Zell­mem­bran oder die DNA. Es ent­steht eine fast un­end­li­che Ket­ten­re­ak­ti­on von oxi­da­ti­ven Pro­zes­sen bzw. von Steh­len und Be­stoh­len­wer­den.

An­ti­oxi­dan­ti­en schüt­zen gegen Elek­tro­nen­raub

Gut, gibt es Hel­fer gegen den Elek­tro­nen­dieb­stahl: die Ra­di­ka­len­fän­ger bzw. An­ti­oxi­dan­ti­en. Dazu ge­hört Vit­amin E. An­ti­oxi­dan­ti­en hem­men den oxi­da­ti­ven Pro­zess (1), denn sie be­sit­zen über­schüs­si­ge Elektro­nen zur Gra­tis­ab­ga­be. Fleis­sig gehen sie auf die Suche nach frei­en Ra­di­ka­len und schen­ken ihnen die feh­len­den Elek­tro­nen. Die Ket­ten­re­ak­ti­on wird ge­stoppt, denn jeder hat nun, was er will.

Ein paar At­ta­cken durch Oxi­dan­ti­en ma­chen dem Kör­per noch nichts aus. Oxi­da­ti­ve Pro­zes­se sind für den mensch­lichen Or­ga­nis­mus sogar le­bens­wich­tig. Freie ­Radikale ak­ti­vie­ren un­se­re Selbst­hei­lungs­kräf­te und zer­stö­ren krank ma­chen­de Keime, indem sie Ent­zündungsprozesse aus­lö­sen. Wich­tig ist, dass die Oxi­dan­ti­en trotz ihren ge­sund­heit­li­chen Vor­tei­len ­möglichst lange nicht die Ober­hand ge­win­nen.

Mit den ver­än­der­ten Ess­ge­wohn­hei­ten neh­men wir immer we­ni­ger An­ti­oxi­dan­ti­en in Form von na­tür­li­chem Vit­amin E zu uns.

Wir kön­nen den na­tür­li­chen Al­te­rungs­pro­zess nicht auf­hal­ten, aber ver­lang­sa­men, indem wir oxi­da­ti­ven Stress ver­mei­den und auf eine ge­sun­de Le­bens­wei­se ach­ten. Dazu ge­hört der Ver­zicht auf über­mäs­si­gen Al­ko­hol- und Zi­ga­ret­ten­kon­sum (2) und auf Le­bens­mit­tel mit in­dus­tri­ell ver­ar­bei­te­ten Fet­ten oder Pes­ti­zid­rück­stän­den. Ein Un­ter­fan­gen, das nicht immer ein­fach ist. Im Ge­gen­satz zu un­se­ren Vor­fah­ren sind wir heute stär­ker den frei­en Ra­di­ka­len aus­ge­setzt: Luft­ver­schmut­zung, Dau­er­stress, Pes­ti­zi­de und Be­we­gungs­ar­mut set­zen uns zu. Und als wäre dies nicht genug, neh­men wir mit den ver­än­der­ten Ess­gewohnheiten unter an­de­rem auch immer we­ni­ger An­ti­oxi­dan­ti­en in Form von na­tür­li­chem Vit­amin E zu uns (3, 4).

Rund­um­schutz gegen das Äl­ter­wer­den

Vit­amin E nicht aus sei­nem Spei­se­plan zu strei­chen, lohnt sich! Vit­amin E hemmt bei­spiels­wei­se die Ver­klum­pung der Blut­plätt­chen und ver­hin­dert die Oxi­da­ti­on von un­güns­ti­gem LDL-Cho­le­ste­rin. Das Blut kann op­ti­mal flies­sen. Folg­lich la­gern sich we­ni­ger Fett und Kalk an den Ar­te­ri­en­wän­den ab. Die Ge­fahr von Throm­bo­sen, Schlag­an­fäl­len und Herz­in­fark­ten kann mi­ni­miert wer­den (5). Ge­mäss einer ak­tu­el­len ita­lie­ni­schen Stu­die soll Vit­amin E das Ri­si­ko eines Herz­in­fark­tes um rund 20 Pro­zent (6) sen­ken.

In­ter­es­sant ist Vit­amin E auch in Bezug auf ko­gni­ti­ve Be­ein­träch­ti­gun­gen, die das Al­tern häu­fig mit sich bringt. Heute geht man davon aus, dass ­oxidativer Stress die Ent­ste­hung der Alz­hei­mer-Krank­heit ­begünstigt. Die Ein­nah­me von Vit­amin E heilt sie zwar nicht, ver­lang­samt aber even­tu­ell den Krank­heits­ver­lauf (7), weil Vit­amin E den schüt­zen­den Man­tel um die Ner­ven­zel­len des Ge­hirns er­hal­ten kann. Mit zu­neh­men­dem Alter wer­den oft auch das Im­mun­sys­tem und die Augen schwä­cher. Vit­amin E ver­bes­sert ge­ra­de bei äl­te­ren Per­so­nen die Ab­wehr­kräf­te (8) und wirkt prä­ven­tiv gegen die al­ters­be­ding­te Trü­bung der Au­gen­lin­se (9). Alles Vor­tei­le, wel­che die Le­bens­qua­li­tät ver­bes­sern.

Al­pha-To­co­phe­rol – wir­kungs­vol­ler als alle an­de­ren

Vit­amin E ist re­la­tiv kom­plex auf­ge­baut und ein ­Sammelbegriff für acht fett­lös­li­che Sub­stan­zen, die To­co­phe­ro­le und To­co­tri­e­no­le, die der Kör­per nicht sel­ber bil­den kann. Vit­amin E wirkt am bes­ten als gan­zes Team mit all sei­nen na­tür­li­chen se­kun­dä­ren Be­gleit­stof­fen.

Doch ein Mit­glied der Vit­amin-E-Fa­mi­lie über­strahlt das ganze Team: das al­pha-To­co­phe­rol. Lei­der kann al­pha-To­co­phe­rol nur nä­he­rungs­wei­se syn­the­tisch her­ge­stellt wer­den. Schon des­halb steht na­tür­li­ches Vit­amin E dem mensch­li­chen Or­ga­nis­mus am nächs­ten und soll­te be­vor­zugt wer­den. Hinzu kommt, dass na­tür­li­ches al­pha-To­co­phe­rol weit­aus wir­kungs­vol­ler ist als syn­the­ti­sches. Die Bio­ak­ti­vi­tät von na­tür­li­chem al­pha-To­co­phe­rol ist rund 50 Pro­zent höher (10).

Pflan­zen­öle – na­tür­li­che Quel­le von Vit­amin E

Eine her­vor­ra­gen­de Quel­le für al­pha-To­co­phe­rol sind kalt ge­press­te Pflan­zen­öle. Den höchs­ten Ge­halt haben Wei­zen­keim-, Son­nen­blu­men- und Dis­te­l­öl. Doch auch die aro­ma­ti­schen Man­del-, Apri­ko­sen­kern- und Se­sam­öle ent­hal­ten ge­sun­des Vit­amin E. Am bes­ten ent­schei­det man sich für ein Pro­dukt aus bio­lo­gi­schem Anbau, um den Kör­per nicht mit schäd­li­chen Stof­fen wie Pes­ti­zi­den zu be­las­ten. Denn diese er­hö­hen un­nö­tig den oxi­da­ti­ven Stress­fak­tor (11).

Die von der Mar­ba­cher Öl­müh­le her­ge­stell­ten Öle sind alle kalt ge­presst und stam­men über­wie­gend aus bio­lo­gi­schem Anbau. Da­durch kann si­cher­ge­stellt wer­den, dass die Öle nicht nur aro­ma­tisch blei­ben, son­dern auch das volle Spek­trum der Nähr­stof­fe in sich tra­gen wie un­ge­sät­tig­te Fett­säu­ren und Vit­ami­ne.

Und wer doch ab und an zu Recht an seine äus­se­re Vi­ta­li­tät den­ken möch­te: Vit­amin-E-hal­ti­ge Pflanzen­öle kön­nen auch äus­ser­lich an­ge­wen­det wer­den. Man­del-, Wei­zen­keim- und Lein­sa­men­öle eig­nen sich hervor­ragend als Ba­sis­öle für die Haut­pfle­ge oder als Mas­sa­ge­öle.

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Weitere Informationen

Quellen
1) Biesalski H.K., Köhrle J., Schümann K.: Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. 14–18, Georg Thieme Verlag; Stuttgart/New York 2002
2) Bruno RS., et al. A-Tocopherol disappearance is faster in cigarette smokers and is inversely related to their ascorbic acid status. Am J Clin Nutr. 2005; 81:95–103
3) www.zentrum-der-gesundheit.de
4) Maras JE., et al. Intake of alpha-tocopherol is limited among US adults. J Am Diet Assoc. 2004;104:567–575
5) Glynn R., et al. Effects of Random Allocation to Vitamin E Supplementation on the Occurrence of Venous Thromboembolism: report from the Women´s Health Study. Circulation 2007; 116:1497–1503
6) Loffredo L., et al. Supplementation with vitamin E alone is associated with reduced myocardial infarction: a meta-analysis. Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases. Published online February 2012
7) The TEAM-AD VA Cooperative Randomized Trial. JAMA. 2014; 311(1): 33–44
8) Meydani SN., et al. Vitamin E and respiratory tract infections in elderly nursing home residents: a randomized controlled trial. JAMA. 2004; 292:828–836
9) Leske MC., et al. Antioxidant vitamins and nuclear opacities: the longitudinal study of cataract. Ophthalmology 1998; 105:831–836
10) https://ods.od.nih.gov/factsheets/VitaminE-HealthProfessional, Jan. 2016
11) International Journal of Pharmaceutical Sciences Review and Research, Volume 3, Issue 1, July–August 2010; Article 021, ISSN 0976–044X

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